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Am Freitag, 14. Oktober 2022, heißt es wieder: "Ischa Freimaak". Norddeutschlands größtes Volksfest, der 987. Bremer Freimarkt, bietet Klein und Groß 17 Tage lang bis Sonntag, 30. Oktober 2022, eine Vielzahl an Fahrgeschäften und Attraktionen.

"Ich freue mich, dass wir für die Besucherinnen und Besucher des Freimarktes mit insgesamt 301 Geschäften wieder ein buntes Angebot haben", so die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Kristina Vogt, die den Freimarkt am kommenden Freitag auf der Bürgerweide eröffnen wird. "Gerade auch in schwierigen Zeiten ist es wichtig, den Menschen für einige Stunde etwas Ablenkung vom Alltag zu ermöglichen. Für die Schaustellerinnen und Schausteller markiert der diesjährige Freimarkt, der ohne Einschränkungen stattfinden kann, einen Wendepunkt. Sie waren – wie die Veranstaltungswirtschaft insgesamt – von den Auswirkungen der Pandemie besonders betroffen. Ihnen wünsche ich erfolgreiche 17 Tage."

Ob rasant oder gemütlich, ob mit Freifalleffekt oder waagerechtem Looping, ob in mehr als 85 Metern Höhe oder auf einer kippenden Rolltreppe – Fahrgeschäfte für jeden Geschmack und jedes Alter haben die Schaustellerinnen und Schausteller auch in diesem Jahr aufgebaut. Dazu zählen unter anderem ein Aussichtsturm mit drehender Plattform in 81 Metern Höhe, ein 85 Meter hoher Freifallturm, dessen Gondel mit 90 Stundenkilometern in die Tiefe stürzt, oder ein Hindernisparcours über fünf Ebenen für die ganze Familie.

Zu dem bunten Angebot auf der Bürgerweide und in der Innenstadt gehören unter anderem 15 Karusselle sowie 17 Kinderkarusselle, zwei Riesenräder, 27 Spielgeschäfte, sechs Bauchläden, fünf Verlosungen sowie 126 Imbissbetriebe. Neben den 16 Ausschankbetrieben stehen auf der Bürgerweide vier Großzelte, in denen an den Sonntagen – nach Voranmeldung – auch ein Frühschoppen angeboten wird.

Öffnungszeiten:
Eröffnungstag (14. Oktober 2022) ab 16 bis 24 Uhr,
freitags und samstags von 13 bis 24 Uhr,
sonntags bis donnerstags von 13 bis 23 Uhr

Übersicht über die Veranstaltungen:

  • Eröffnung am 14. Oktober 2022, 18.30 Uhr, in der Almhütte auf der Bürgerweide
    durch die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Kristina Vogt
  • Der Kleine Freimarkt auf dem Marktplatz wird am 14. Oktober 2022 bereits um 16 Uhr durch den Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft, Frank Imhoff, eröffnet.
  • Höhenfeuerwerk am 14. Oktober 2022 um 21.45 Uhr an der Bürgerweide
    (ausgerichtet von der Arbeitsgemeinschaft Bremer Märkte)
  • Großer Freimarktsumzug am 22. Oktober 2022, ab 10 Uhr
    (durchgeführt von der Arbeitsgemeinschaft Bremer Märkte)
  • Frühschoppen in den Festzelten, jeweils an den Sonntagen ab 11Uhr
    (Einlass ab 10.30 Uhr, Teilnahme nur nach vorheriger Reservierung)

Informationen über alle Veranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft können der Anlage 1 (pdf, 153.4 KB) entnommen werden, eine Beschreibung der Attraktionen und eine Übersicht über die vertretenen Branchen der Anlage 2 (pdf, 370.8 KB).

Weitere Informationen auch unter www.freimarkt.de

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In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag kam es zwischen zwei 32- und 38-jährigen Frauen zu einer Streitigkeit wegen der Zugehörigkeit ihres Hundes. Diese endete in rassistischen Beleidigungen gegen die Einsatzkräfte.

Gegen 00:45 Uhr wurde die Polizei aufgrund eines Streits zwischen zwei Frauen in die Landskronastraße gerufen. Die beiden Frauen konnten sich nicht einigen, wem zukünftig der Hund gehören soll. Im Rahmen der Schlichtungsversuche durch die hinzugerufenen Einsatzkräfte, wurde ein 21-jähriger junger schwarzer Polizist im praktischen Semester von der 32-Jährigen mehrfach rassistisch beleidigt. Die Frau ließ sich durch die Polizisten nicht beruhigen und setzte ihre Beleidigungen gegen die Einsatzkräfte fort.

Die 32-jährige Frau erwartet jetzt eine Strafanzeige wegen verhetzender Beleidigung.

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Nach sexuellen Übergriffen auf Frauen in Bremen konnte die Polizei anhand eines DNA-Spurentreffers den mutmaßlichen Täter ermitteln. Spezialeinsatzkräfte nahmen den 21-jährigen Verdächtigen am Freitag in Bremen fest.

Der Mann ist verdächtig, im Februar eine 17-Jährige in Oslebshausen und im Mai dieses Jahres eine 41 Jahre alte Frau im Bürgerpark in Schwachhausen vergewaltigt zu haben (siehe Pressemitteilungen, Nr. 0093, 0096, 0300 aus 2022). Ein Abgleich von DNA-Spuren führte die Ermittler nun zu dem 21 Jahre alten Verdächtigen. Ein Haftrichter erließ am Freitag Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr gegen den mutmaßlichen Sexualstraftäter.

Am Freitagmittag konnte der 21-Jährige lokalisiert und von Spezialkräften festgenommen werden. Die Kriminalpolizei prüft derzeit Zusammenhänge zu anderen Sexualstraftaten. Die weiteren Ermittlungen hierzu dauern an. Nachfragen richten Sie bitte an die Staatsanwaltschaft Bremen.


Ein 31 Jahre alter Bremer steht im dringenden Tatverdacht, am Freitag zwei Männer in Vegesack getötet zu haben. Die Mordkommission ermittelt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand stach der 31-Jährige in einer Wohnung in der Lindenstraße mit einem Messer auf die beiden Männer ein. Anschließend stellte er sich am Freitagmorgen der Polizei. Einsatzkräfte und Notarzt konnten nur noch den Tod der Männer feststellen. Ihre Identität konnte noch nicht zweifelsfrei geklärt werden. Der 31 Jahre alte Tatverdächtige wurde festgenommen. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Der 31-Jährige zeigte sich während der polizeilichen Maßnahmen verhaltensauffällig und wurde dem sozialpsychiatrischen Dienst zur ärztlichen Begutachtung zugeführt. Die weiteren Ermittlungen dauern an..300x250 not ani



Gegen 16.10 Uhr wurde ein 35 Jahre alter Bremer auf dem Parkplatz eines Autoreparaturbetriebes in der Hastedter Heerstraße von vier Männern gefragt, ob er Russe sei. Nachdem er dies bejahte, gaben die Personen sich als Ukrainer aus und einer der Männer schlug ihm ins Gesicht, so dass der 35-Jährige zu Boden fiel. Nachdem ein weiterer aus der Gruppe ihn ebenfalls körperlich attackierte, flüchtete der Bremer zu einer nahegelegenen Bushaltestelle. Die Angreifer wurden als etwa 40 Jahre alt beschrieben und trugen dunkle Arbeitskleidung.

Zeugenhinweise in beiden Fällen nimmt der Kriminaldauerdienst unter 0421 362-3888 entgegen. Der Staatsschutz der Polizei Bremen ermittelt.


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Im Bremer Stadtteil Walle wurde am Freitagnachmittag eine Transfrau von Unbekannten leicht verletzt. Die Polizei sucht nach Zeugen.

Die 40-Jährige ging mit ihrem Hund und zwei Ziegen in der Waller Straße spazieren und wurde laut eigener Aussage zunächst von einem vorbeifahrenden Auto leicht berührt. Der Fahrer stieg anschließend aus und stieß aus bisher nicht geklärter Ursache Beleidigungen und Bedrohungen aus. Die 40-Jährige setzte ihren Weg durch einen Grünzug fort und traf in der Straße Auf den Barken abermals auf den Fahrer, der nun in Begleitung von zwei jungen Männern war. Die Transfrau wurde laut eigenen Angaben aus dem Trio heraus bespuckt, geschlagen und an die Brust gefasst. Nachdem der Autofahrer sie mit Reizgas besprühte, flüchteten die Angreifer im Wagen, bzw. auf zwei E-Scootern. Die 40 Jahre alte Bremerin wurde vor Ort von Rettungssanitätern behandelt. Der Autofahrer wurde mit korpulenter Figur, dunklem Teint und kurzen schwarzen Haaren beschrieben. Er flüchtete in einem schwarzen VW.



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 Temporäre Sperrung der Fußgängerbrücke notwendig


Nach dem Großeinsatz mit rund 100 Kräften der Polizei Bremen, der Bundespolizei und des Ordnungsamtes am Abend des 20. Juni 2022 zeigen gemeinsame Teams auch weiterhin regelmäßig am Hauptbahnhof Präsenz. Ziel bleibt die Bekämpfung von gravierenden Unordnungserscheinungen sowie der Drogen- und Straßenkriminalität.

Innensenator Ulrich Mäurer: "Die Polizei Bremen und der Ordnungsdienst zeigten in den vergangenen zwei Wochen am Bahnhof sehr intensiv Flagge. Dabei überprüften die Einsatzkräfte 297 auffällige Personen, sprachen 111 Platzverweise aus, stellten 26 Strafanzeigen fest sowie 26 Ordnungswidrigkeiten." Zudem führten die Teams der Polizei und des Ordnungsdienstes mit hilfsbedürftigen Menschen aufklärende Gespräche zu Hilfsangeboten. Der besondere Schwerpunkt lag auf dem Bereich des unmittelbar anliegenden Hotels und der dortigen Fußgängerbrücke über den Gustav-Deetjen-Tunnel. Zu besonders stark frequentierten Zeiten wurde an dieser Ecke ein Einsatzfahrzeug der Polizei platziert und die Reinigungsfrequenz erhöht.

"All diese Maßnahmen haben aber noch immer nicht die Wirkung entfaltet, die wir erhofft hatten. Die besonders verelendete und häufig aggressive Drogenszene lässt sich von den bisherigen Maßnahmen nicht abschrecken. Kaum ziehen die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte ab, wird die Brücke unverzüglich wieder insbesondere durch die Crack-Szene besetzt. Dieser Zustand ist den Bremerinnen und Bremern sowie den Gästen unserer Stadt nicht zumutbar. Wenn wir also nicht dranbleiben und nachschärfen, besteht die Gefahr, dass die Probleme am Bahnhof in den Sommermonaten nicht weniger werden, sondern sogar noch zunehmen", betont Mäurer und weiter: "Wir haben daher die Brücke, die der berauschten Drogenszene als Rückzugsort dient, zunächst für die kommenden drei Monate geschlossen." Auch der Korridor zwischen Brücke und Hotel wird abgesperrt, damit der Bereich nicht mehr durch Urin, Drogenutensilien und Müll verunreinigt wird. Der von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern betreute Szene-Treff bleibt dagegen bestehen und frei zugänglich.

Nach dem personalintensiven Einsatz bei dem G7-Gipfel in Elmau Ende Juni stehen weitere Kräfte für den Schwerpunkt Hauptbahnhof zur Verfügung. So wurde bereits die "Task Force Hauptbahnhof" gegründet. Dieses feste Team wird im Zusammenspiel mit dem Ordnungsdienst in besonderem Maße sichtbar und ansprechbar sein sowie aufgrund ihrer Fokussierung auf den Bahnhof und den Szenekenntnissen besser als bislang die Einhaltung von Platzverweisen kontrollieren können.

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Senator Mäurer: "Klar ist, dass wir allein mit polizeilichen Mitteln die Probleme am Bahnhof nicht lösen werden. Die Szene wird vermutlich zunächst ausweichen auf Bereiche mit weniger Kontrollen.

Entsprechend müssen wir darauf reagieren. Bestenfalls wird es uns gemeinsam gelingen, die Szene sukzessive zum nahegelegenen Drogenkonsumraum in der Friederich-Rauers-Straße zu verlagern und das Signal für Drogenkonsumenten von außerhalb aussenden, dass sie den Hauptbahnhof in Bremen meiden sollten. Damit der Drogenkonsumraum mehr als bisher angenommen wird, müssen zwingend weitere Maßnahmen im ressortübergreifenden Aktionsplan umgesetzt werden."

Die Polizei Bremen wird weiterhin auf die Mischung aus verdeckten und operativen Maßnahmen setzen, um den Straßendeal rund um den Hauptbahnhof einzudämmen und konsequent gegen den Drogenhandel vorzugehen. Die Erfolge der jüngeren Vergangenheit, wie die Beschlagnahmung von 1,5 Kilogramm Kokain und die Festnahme von zwei gewerbsmäßigen Drogendealern, bestärken den Innensenator in seinem Kurs.

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Starker Anstieg der Fallzahlen in den Bereichen Kinderpornografie und Häusliche Gewalt / Zahl der Wohnungseinbrüche geht erneut zurück

Innensenator Ulrich Mäurer, Polizeipräsident Dirk Fasse, der Direktor der Ortspolizeibehörde Bremerhaven, Harry Götze, sowie die stellvertretende Leiterin des Landeskriminalamtes, Petra van Anken, haben heute die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2021 vorgestellt.
Senator Mäurer (rechts) stellt mit Harry Götze, Petra van Anken und Dirk Fasse (v.l.n.r.) die Polizeiliche Kriminalstatistik vor. Foto: Senatspressestelle

Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten im Land Bremen sank von 80.869 Fällen in 2020 auf 75.966 im vergangenen Jahr. Nachdem die Aufklärungsquote im Jahr 2020 mit 51,5 Prozent einen Höchstwert in 25 Jahren erlangt hatte, sank sie in 2021 wieder ab auf 48,9 Prozent.

"Auch im Jahr drei der Pandemie kann die Polizeiliche Kriminalstatistik nicht ohne die teils massiven Einflüsse auf die Kriminalitätsentwicklung betrachtet werden", betonte Innensenator Ulrich Mäurer bei der heutigen Vorstellung der PKS im Bremer Rathaus. Der Anstieg von Cybercrime sei um 99,2 Prozent gestiegen. Ein nicht geringer Anteil davon sei jedoch durch die Abarbeitung von Rückständen im Bereich Warenkreditbetrug zu erklären. Weitere Anstiege seien bei der Häuslichen Gewalt, dem Missbrauch von Kindern (Stichwort "Cybergrooming") oder der Zahl der Gewaltdelikte gegen Polizeibeamtinnen und –beamte festzustellen.

Die Pandemie habe jedoch auch positive Effekte auf die Fallzahlen in einigen Bereichen. So ging die Zahl vollendeter Einbrüche in Bremen mit 470 Fällen im Jahr 2021 um 171 Fälle (641 in 2020) zurück. Mäurer: "Einen Rückgang der Straftaten in dem äußerst sensiblen Bereich der eigenen Wohnung können wir in Bremen, wie auch bundesweit, schon seit 2015 feststellen. Dieser positive Trend wird aber durch die Pandemie erfreulicherweise noch einmal verstärkt, da viele Bürgerinnen und Bürger gezwungenermaßen häufig zu Hause waren." Auch sei erstmals erfreulicherweise die Zahl der Versuche (507) höher als die der vollendeten Einbrüche (470). Allerdings müsse man sich vor zu einfachen Erklärungsmustern hüten. So läge die Zahl der Wohnungseinbrüche in Bremerhaven zwar im Vergleich zu 2015 bei weniger als die Hälfte, sei aber, anders als in Bremen, im vergangenen Jahr dennoch leicht angestiegen (s.a. Daten zu Bremerhaven).

Als direkte Effekte der Pandemie wertete Mäurer in der Stadt Bremen zudem die erheblichen Rückgänge der Fallzahlen beim Ladendiebstahl (-28,2 Prozent) oder bei der Beförderungserschleichung (-40,2 Prozent) sowie dem Diebstahl in und aus Pensionen, Gaststätten und Hotels (-26,9 Prozent).

Zudem läge die Annahme nahe, dass auch der zweite Anstieg in Folge im Deliktsfeld Häusliche Gewalt auf 2.339 Fälle (2020: 2.153 Fälle) mit den negativen Auswirkungen der Pandemie auf das Familienleben zusammenhänge. "Der Stresspegel, zumal, wenn die Wohnsituation beengt ist, ist in vielen Beziehungen und Familien im vergangenen Jahr enorm gestiegen: Kurzarbeit, drohende Arbeitslosigkeit, der Ausfall von Schulunterricht oder der Betreuung der Jüngsten in der Kita hat in manchen Familien zu einer angespannten, aggressiven Dauerstimmung geführt, die sich schließlich bei einigen in Gewaltausbrüchen ihren Weg bahnte", betonte Mäurer. So nahmen die Fälle im sogenannten Hellfeld im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Prozent zu. Dabei waren bereits im ersten Jahr der Pandemie die angezeigten Fälle häuslicher Gewalt stark gestiegen. Mäurer: "Wenn wir davon ausgehen, dass viel Gewalt in Familien aus Angst oder Scham nie zur Anzeige kommt und somit das Dunkelfeld vermutlich sehr hoch ist, müssen uns die vorliegenden Zahlen betroffen machen. Umso wichtiger ist es, dass wir diesen Bereich immer im Blick behalten und dabei helfen, so schnell wie möglich und so viele Gewaltspiralen wie möglich im häuslichen Umfeld zu unterbrechen." Vor dem Hintergrund sei es umso wichtiger, dass die Polizeien und die Innenbehörde in den vergangenen Monaten sehr aktiv an der Umsetzung der Gesamtstrategie zur Umsetzung der Istanbul Konvention mitgearbeitet hätten, so Mäurer. Die Polizeien im Lande Bremen bauen zudem ihre Instrumente zur Gefährdungsanalyse und Gefahrenmanagement von Hochrisikofällen weiter aus. "Besonders wichtig ist uns zudem die Verbesserung der Schnittstellen zwischen den Behörden, Ämtern und Beratungsstellen, damit wichtige Informationen zum Schutz der Betroffenen intensiver gebündelt werden können."

Bei einem weiteren Schwerpunktbereich – dem Raub – gibt es nach einer rückläufigen Entwicklung zwischen 2015 und 2020 erstmals wieder einen Anstieg (11,1 Prozent). Gleichwohl befinden sich die Fallzahlen mit 710 Fällen immer noch auf dem zweitniedrigsten Stand seit zehn Jahren. Seit 2015 stieg zudem die Aufklärungsquote hier kontinuierlich von 35,5 Prozent auf 51 Prozent im vergangenen Jahr an.

Beim Subventionsbetrug im Zusammenhang mit ausgezahlten Soforthilfen, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern, verzeichnet die Statistik in Bremen einen drastischen Rückgang von 101 Fällen in 2020 auf 26 Fälle in 2021. "Hier konnte durch konzertierte kriminalpolizeiliche Ermittlungen sowie durch verschärfte Sicherungsmaßnahmen bei den Förderbanken dem Betrug ein Riegel vorgeschoben werden", zeigte sich Mäurer zufrieden.

Anders sieht es beim Warenkreditbetrug aus: Hier wurden 2021 5.964 Fälle bearbeitet, und damit noch einmal deutlich mehr als im Jahr zuvor (4.231 in 2020). Der 2020 begonnene Abbau der Bearbeitungsrückstände wurde fortgesetzt, so dass in diesem Deliktsfeld auch wieder eine Vielzahl an Fällen aus den Vorjahren in die PKS 2021 eingegangen ist.

Hinsichtlich gefälschter Impfpässe und Testzertifikate wurden 162 kriminalpolizeiliche Ermittlungen vorgenommen, in denen Pässe und Zertifikate gefälscht, vorgelegt oder ausgestellt wurden.

Bei der Verfolgung von Betäubungsmittelkriminalität sind die Fallzahlen von 5.255 (Konsumentendelikte) in 2020 auf 4.827 in 2021 zurückgegangen. Gleichzeitig konnten auch hier Bearbeitungsrückstände aus den Vorjahren weiter abgebaut werden. Die stellvertretende LKA-Leiterin, Petra van Anken, verwies auf die dadurch verstärkte, aber auch auf die grundsätzlich eingeschränkte Aussagekraft der Zahlen in diesem Deliktsfeld. In der Regel lägen keine Anzeigen von "Drogenopfern" vor, so dass es sich hier um ein nahezu "reines Kontrolldelikt" handele. Aufgrund des monatelang anhaltenden zweiten Lockdowns im vergangenen Jahr seien zudem weniger Menschen auf den Straßen gewesen, sodass sich auch an den üblichen Hotspots weniger Personen aufgehalten und Anlass zu Kontrollen gegeben hätten.

Herauszustellen seien in diesem Zusammenhang jedoch die klar bezifferbaren Erfolge der im August 2020 gegründeten "Besonderen Aufbauorganisation" (BAO) zur Auswertung der gesicherten Daten des Kommunikationsanbieters "EncroChat", wobei es überwiegend um Drogen- und Waffendelikte geht: Im Rahmen der Ermittlungen wurden in Bremen und Bremerhaven seit August 2020 60 U-Haftbefehle vollstreckt, ca. 80 kg Betäubungsmittel (darunter 31 kg Kokain, 50,6 kg Cannabis, 14 Liter synthetisches Canabinoid und 360 Ecstasy-Pillen), 8 Schusswaffen und 180 Schuss Munition, 85 Fahrzeuge, 1,4 Millionen Euro Bargeld beschlagnahmt und 41 Immobilien mit Sicherungshypotheken belegt. 55 erwirkte vorläufige Vermögensarreste ergaben eine Gesamtsumme von 28.316.783 Euro. Durch das Landgericht Bremen wurden gegen 20 Verurteilte Gesamtfreiheitsstrafen von 151 Jahren und 11 Monate verhängt. Zudem hat das Gericht Werteinziehungen in Höhe von insgesamt 14 Millionen Euro ausgesprochen, wovon 2,4 Millionen Euro bislang auch tatsächlich gesichert werden konnten.

Die Fallzahlen bei den Tötungsdelikten sind im Vergleich zum Vorjahr mit sieben vollendeten Taten und 32 Versuchen in der Stadt Bremen deutlich rückläufig. Die Aufklärungsquote liegt bei fast 95 Prozent und erreicht in diesem Deliktsfeld, so van Anken, einen zufriedenstellenden Wert, zumal alle vollendeten Tötungsdelikte aufgeklärt werden konnten.

Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung bewegen sich die Fallzahlen weiterhin auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Positiv zu vermerken ist, dass die Aufklärungsquote mit 79,7 Prozent den höchsten Wert in den vergangenen zehn Jahren aufweist.

Im Bereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern ist mit 132 (122 in 2020) angezeigten Fällen ein weiterer, besorgniserregender Anstieg der Fallzahlen zu verzeichnen. Dirk Fasse: "Wir stellen bundesweit eine Zunahme des Anbahnens sexueller Kontakte von Erwachsenen zu Minderjährigen im Internet fest. Beim sogenannten Cybergrooming entlocken die Täter Kindern und Jugendlichen ihre Handynummern, um sie anschließend über die Messengerdienste sexuell zu belästigen oder sie zu Nacktaufnahmen von sich zu überreden, um diese anschließend digital zu verschicken. Das Perfide sei, dass die Täter dabei oft eine hochmanipulative Beziehung zu den Kindern aufbauten. Dabei bedienten sie sich einer Mischung aus Schmeicheleien, Nötigungen und Erpressung. Diese könnten schließlich auch zu heimlichen Treffen in der realen Welt führen. Aufgrund des Lockdowns seien Kinder und Jugendliche vermehrt im Internet "unterwegs" und damit höheren Gefahren als in den Jahren zuvor ausgesetzt. Zudem seien sie aufgrund der vielen Zeit in ihrem häuslichen Umfeld auch dort verstärkt sexuellen Übergriffen ausgesetzt. "Die Zahlen steigen auch deshalb, da wir heute den Begriff sexueller Missbrauch zu Recht weiter fassen als früher. Gleichzeitig ist die Nutzungsintensität und -dauer sozialer Medien über mobile Endgeräte bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Auch wenn es, wie bei Cybergrooming, nicht zu einem direkten körperlichen Übergriff kommt, kann es das Leben des Kindes massiv negativ beeinflussen", so Fasse. Der Polizeipräsident betonte, dass im vergangenen Jahr vermehrt Straftaten angezeigt wurden, die teils schon Jahre zurücklägen. Fasse: "Das zeigt, wie schwer viele Betroffene daran zu tragen haben. Aber zugleich ist es auch ein wichtiger Schritt, erlittenes Unrecht zu benennen und die Täter mit Unterstützung der Strafverfolgungsbehörden nicht davonkommen zu lassen."

"Das Thema Kinderpornografie ist ein besonders erschütternder Bereich kriminalpolizeilicher Arbeit", betonte Innensenator Mäurer. Die Fallzahlen seien aufgrund von Hinweisen der amerikanischen Organisation NCMEC (National Centre for Missing and Exploited Children) an das Bundeskriminalamt auch in Bremen geradezu explosionsartig angestiegen. So verzeichnet die PKS für 2021 375 Fälle im Vergleich zu 135 Fällen in 2020. Dabei werde das abscheuliche Bildmaterial nicht zuletzt auch über Chatgruppen von Kindern und Jugendlichen weiterverbreitet, warnte Mäurer. Die Gesetzesänderungen im Zusammenhang mit dem sogenannten Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das am 1. Februar 2022 in Kraft getreten ist, werden vermutlich zu einem weiteren erheblichen Anstieg der Fallzahlen führen. "Wir haben daher das zuständige Kommissariat personell mit fünf Vollzeitstellen im Nichtvollzug und drei im Vollzug verstärkt."

Die Zahl der Körperverletzungen bleibt in Bremen weiterhin auf einem hohen Niveau. Im Polizeikommissariat Mitte ist dabei sogar ein Anstieg um 83 Prozent bei der gefährlichen Körperverletzung und um 15 Prozent bei der einfachen Körperverletzung festzustellen. Als Erklärung dürften mehrere Dinge gleichzeitig zum Tragen kommen: So führten die Auflagen bei der Corona-Eindämmung zur Schließung von Discotheken und Wochenendangeboten für junge Menschen. Diese trafen sich daher in den Sommermonaten vermehrt draußen und konsumierten dabei oft viel Alkohol und andere Betäubungsmittel mit all seinen Begleiterscheinungen.

Über den Anstieg der Zahl der sogenannten Bedrohungen von 1.096 (in 2020) auf 1.367 Fälle in 2021 zeigte sich Innensenator Mäurer wenig überrascht. "Die gestiegenen Fallzahlen stehen im engen Zusammenhang mit der Erweiterung des Tatbestandes im Rahmen des Gesetzespaketes gegen Hass und Hetze vom April vergangenen Jahres. Die Zahlen zeigen, dass die neue Regelung greift und Betroffene nicht mehr allein dastehen."

  • Zur Erläuterung: Bislang war nach Paragraf 241 Strafgesetzbuch (StGB) nur die Bedrohung mit einem Verbrechen - wie z.B. die Morddrohung - strafbar. Jetzt werden auch Drohungen mit Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die körperliche Unversehrtheit, die persönliche Freiheit oder gegen Sachen von bedeutendem Wert (wie die Drohung, ein Auto anzuzünden), die sich gegen die Betroffenen oder ihnen nahestehende Personen richten, mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafe strafbar. Wird die Tat im Internet oder auf andere Weise öffentlich begangen, drohen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe. Der Strafrahmen für die Bedrohung mit einem Verbrechen wurde auf ebenfalls bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe angehoben, wenn diese nicht öffentlich erfolgt. Bei einer öffentlichen Drohung mit einem Verbrechen können bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe verhängt werden. Das gilt etwa für Mord- und Vergewaltigungsdrohungen im Internet.

Im Deliktsbereich Gewalt gegen Polizeibeamte ist mit 466 Fällen (432 in 2020) erneut ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr festzustellen. Die Verfahren beinhalten dabei auch Ermittlungen hinsichtlich des erweiterten Tatbestandes von Bedrohungen. Allein 30 der 466 registrierten Straftaten fallen darunter. Den größten Anteil in dieser Statistik machen die Tatbestände "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" (255 Fälle) und "tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen" (160 Fälle) aus. Mäurer: "Jede dieser Taten muss uns empören. Die Beamtinnen und Beamten stehen für uns alle auf der Straße, um auch in brenzligen Situationen Recht und Ordnung durchzusetzen."

Bei den sogenannten SÄM-Delikten (Straftaten zum Nachteil älterer Menschen) gehen die Fallzahlen seit Ende 2020 signifikant zurück (246 vollendete Taten in 2021 im Vergleich zu 273 Fällen im Jahr 2020). Die rückläufigen Fallzahlen lassen sich als Erfolg der aktiven Präventionsarbeit werten. Der wiederum dennoch hohe Anteil der Versuchstaten ist auf die Dominanz und hohe Frequenz sogenannter "Schockanrufe" und dem Auftreten "falscher Polizeibeamter" zurückzuführen. Beides wird von vielen Betroffenen jedoch rechtzeitig als betrügerische Masche erkannt und der Polizei gemeldet. Mäurer: "Die Entwicklung ist positiv. Dennoch darf man nicht unterschätzen, wie stark selbst vereitelte Taten das Sicherheitsgefühl älterer Menschen beinträchtigen können, geschweige denn, wie sehr eine vollendete Tat das Leben der Betroffenen zum Negativen verändern kann." Neben dem Verlust von Ersparnissen, für die oft viele Jahre das Geld beiseitegelegt wurde, würden bei den Taten auch häufig ideelle Werte wie geerbte Schmuckstücke verloren gehen. Mäurer: "Die Täter setzen ohne Rücksicht gezielt auf die Angst und Verunsicherung ihrer Opfer. Das ist perfide. Wir werden daher nicht nachlassen und diese Delikte weiterhin als einen Schwerpunkt in unserer Arbeit fortführen."

 

 
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