Der große Hörsaal der Universität Bremen war fast voll besetzt. Rund
150 Studierende, geflüchtete Männer und Frauen aus Ländern wie Syrien,
dem Iran und dem Irak hatten heute (4. Oktober 2016) ihren ersten
Uni-Tag.
Sie sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms "Integra", das für
Geflüchtete gedacht ist, die eine akademische Vorbildung haben. Das
Studium bereitet sie darauf vor, an einer der vier Hochschulen in Bremen
und Bremerhaven ein ausgewähltes Fach studieren zu können. Sie alle
haben ein Bewerbungsverfahren durchlaufen, zu dem auch der größte
Studierfähigkeitstest (TestAS) in Deutschland mit 320 Testkandidatinnen
und -kandidaten gehörte. Auf dem Lehrplan des Vorbereitungsstudiums
stehen neben Vorlesungen zu den Fächern, die sie später studieren
möchten, zum Beispiel auch Kurse zu Lern- und Studientechniken sowie zum
wissenschaftlichen Arbeiten.
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| 150 Studierende starten Vorbereitungsstudium |
Wissenschaftssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt begrüßte
die Studierenden und betonte, warum solche Programme wichtig sind: "Wir
wollen Ihnen eine Perspektive in Deutschland ermöglichen und zugleich
hochqualifizierte Fachkräfte gewinnen. Damit leisten wir einen wichtigen
Beitrag zur Integration."
Viele junge Menschen, die aus ihrem
Heimatland flüchten mussten, möchten studieren, ihr Studium fortsetzen
oder sich wissenschaftlich weiterqualifizieren, können aber aufgrund
ihrer Flucht nicht alle notwendigen Nachweise vorlegen. Oft fehlen
Sprachkenntnisse oder sie brauchen fachlichen Input, weil die
ausländische Hochschulzugangsberechtigung nicht direkt den Weg ins
Studium in Deutschland ermöglicht.
Senatorin Quante-Brandt: "Es
ist nicht nur im Interesse der Flüchtlinge, sondern auch im Interesse
der Bremer Wissenschaft und Wirtschaft, Kompetenzen und Talente zu
fördern und besonders begabte Flüchtlinge an ein Vollstudium
heranzuführen. Bildung ist der Schlüssel zu einer gelungenen
Integration".
Senatorin Eva Quante-Brandt verweist dabei auf das
erfolgreiche Gasthörer-Programm IN-Touch, das vor zwei Jahren in Bremen
etabliert wurde und bereits Nachahmer in anderen Ländern, wie zum
Beispiel Österreich gefunden hat. Mit Beginn des Sommersemesters 2014
wurde das Programm IN-Touch als bis dahin bundesweit einziges seiner Art
ins Leben gerufen.
Auch viele von denjenigen, die jetzt ihr Vorbereitungsstudium beginnen,
haben schon über das Programm IN-Touch als Gaststudierende an
Vorlesungen einer Hochschule in englischer Sprache teilgenommen und
konnten dort auch Computer und Bibliotheken nutzen.
Bremen hat
sich schon früh Gedanken darüber gemacht, wie Geflüchtete in das
Hochschulsystem integriert werden können. Wissenschaftssenatorin Eva
Quante-Brandt hat schon Mitte 2015 mit den Hochschulen ein umfassendes
hochschulübergreifendes Konzept entwickelt. Es beinhaltet drei Punkte:
- im Juli 2016 wurde das Hochschulbüro
"HERE" eröffnet. Als Einrichtung aller vier Hochschulen ist es eine
Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Studium, Aufnahmebedingungen,
Bewertung von Zeugnissen und Sprachkurse sowie Sprachprüfungen.
- Sprachkursprogramme als Voraussetzung für die Annahme und Weiterführung eines Studiums in deutscher Sprache.
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wichtige Voraussetzung war, dass die Möglichkeit geschaffen wurde, dass
die Hochschulen selbst eine Zugangsprüfung durchführen dürfen. Um das
zu ermöglichen, wurde das Bremische Hochschulgesetz geändert.
Bremen
ist mit diesen Aktivitäten beispielhaft und hat in anderen Ländern
schon Nachahmer gefunden. Wie sich der Zugang von Geflüchteten zu
Bildung und Hochschulbildung verbessern lässt, ist auch Thema bei der
Kultusministerkonferenz, die in dieser Woche in Bremen (6.-7. Oktober)
tagt. Am Donnerstag (6. Oktober) will die KMK dazu eine Erklärung
verabschieden.
Foto: Pressereferat der Senatorin
.
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